Wanderung rund um den Mont Blanc

Tag 5: Refugio Elena - Relais d'Arpette

Heute geht es schon am Morgen recht steil bergauf zum Grand Col Ferret (2.537 m). Auf Schweizer Boden führt der Weg wieder hinab nach Ferret (1.700 m). Jetzt geht es bequem mit dem Taxi nach Champex (1.477 m) und wieder zu Fuß in das Val d'Arpette. Am Taleingang steht das gemütliche Relais d'Arpette (1.630 m), unser heutiges Etappenziel.

Gehzeit ca. 6 Stunden, Aufstieg 800 m, Abstieg 900 m, Länge ca. 11 km

Es kam, wie es kommen sollte. Nicht nur, dass die Sonne es wieder gut meinte an diesem fünften Tag der Tour du Mont Blanc. Und: Die versprochene aktive Erholung hat tatsächlich stattgefunden.

Dabei fing der Tag gar nicht ohne Mühe an: Der Aufstieg zum Grand Col de Ferret auf 2.537 Meter über NN hatte es in sich. Die Gruppe musste 450, zum Teil ziemlich knackige Höhenmeter überwinden. In dem Sattel freilich war die Mühe schnell vergessen angesichts des Ausblicks auf das Tal, das noch gestern von den Wanderern Schweiß gefordert hatte. Ganz oben am Horizont war der Col de la Seigne zu erkennen, den die Gruppe 24 Stunden zuvor gemeistert hatte – so weit weg, unglaublich.

Eine ausgiebige Pause war möglich angesichts des relativ relaxten Tages, der da kommen sollte. Also: Nüsse raus, Müsliriegel und Äpfel. Dazu immer wieder Wasser. Die Sonne war nicht zu bremsen und ihr nur mit ausreichend viel Feuchtigkeit zu begegnen. Dazu noch ein Nickerchen im frischen Gras, einfach herrlich.

Geradezu erholt machten sich die Wanderer später auf ins Tal. Irgendwo überschritten sie die unspektakuläre, weil grün-weiße Grenze zur Schweiz: Gras und Schnee. Ciao, Italia. Grüezi, Schweiz, besser: Bonjour Suisse. Die französischsprachige Schweiz war erreicht.

Es ist seltsam: Obwohl nur ein Berg, ein Sattel die benachbarten Länder trennt, sieht es auf der anderen Seite anders aus. In der Schweiz nun waren die Hänge zwar genauso voller Blumen wie in Italien, aber irgendwie wirkte selbst die Natur etwas aufgeräumter, gepflegter.

Ein Restaurant am Wegesrand mutierte zur willkommenen Pausenstation mit Kaffee, selbst gebackenem Kuchen und Erfrischungsgetränken. Einfach mal ganz entspannt sitzen und in die Schweizer Berge schauen. Weiter unten bimmelten Kühe, und die Hänge waren mit Heidelbeersträuchern überzogen.

Der Abstieg, noch einmal 400 Höhenmeter, führte in einen winzigen Ort mit herausgeputzten Häuschen, vor denen das weiße Kreuz auf rotem Grund im warmen Wind flatterte. Und: Ferret, wie das Dorf auf 1.700 Meter Seehöhe heißt, hat eine Bushaltestelle,welch Luxus. Von dort fuhr die Gruppe völlig entspannt an den Champex Lac.

Der See von Champex ist glasklar und lädt zum Bade ein. Dazu ein kleines Picknick am Ufer, eine Entenfamilie mit acht Gösseln im Blick. Ja, Wandern kann sehr entspannt sein.

Natürlich musste am warmen Nachmittag das Quartier für die Nacht noch erreicht sein. Doch nicht einmal der Weg zum Relais d’Arpette auf 1.630 Meter über NN war beschwerlich. Einfach eine halbe Stunde bergauf, schon da. Heiße Duschen, kaltes Bier (die Halbe: 6,80 Franken, 6,20 Euro) und eine sonnenüberflutete Terrasse. Später sollte es Käsefondue geben. Ach, schön ist es, in der Schweiz zu sein.

Und morgen? Nach einem solchen Tag kann es nur etwas herausfordernder werden. Da bleibt nur das Motto eines jeden Tages: Abwarten.

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