Wanderung rund um den Mont Blanc

Tag 7: Trient - Chamonix

Heute besteigen wir den Col de Balme (2.191 m), wo uns eine aufregende Aussicht erwartet. Rechts die Aiguilles Rouges, links das Mont Blanc Massiv und dazwischen das Arvetal mit Chamonix. Wir haben es fast geschafft. Nun wieder auf französischen Wegen nach Le Tour (1.453 m) und mit dem Bus zurück nach Chamonix (1.036 m) und weiter nach Les Houches. Ankunft ca. 15.30 Uhr. Rückreise oder individueller Verlängerungsaufenthalt in Chamonix / Les Houches.

Gehzeit ca. 6 Stunden, Aufstieg 900 m, Abstieg 800 m, Länge ca. 11 km

Endspurt: Um die Tour du Mont Blanc zu vollenden, musste die Gruppe noch vom Col de Forclaz auf der schweizerischen Seite hinüber nach Chamonix. Dort hatte die Runde vor einer Woche begonnen.

Der Weg dorthin führt über den Col de la Balme auf 2.191 Meter über NN. Klingt angesichts der Höhe des Col de Forclaz, des Schweizer Tors zum Mont Blanc, von 1.527 Meter Seehöhe nicht so furchtbar viel. Die Wanderer sind nach sechs Tagen im Hochgebirge fit, da sollten die 650 Höhenmeter doch schnell zu bewältigen sein. Mal sehen.

Der Weg führte zunächst über zwei bis drei Kilometer taleinwärts, aber nur ganz leicht ansteigend. Dieser Pfad ist uralt: Von hier aus wurde in frühen Tagen geschlagenes Gletschereis zum Kühlen an zahlungskräftige Kunden geliefert – bis Paris, wie eine Infotafel am Wegesrand erklärt. Zusätzlich sind hier einige Relikte aus der eisigen Vergangenheit aufgebaut. Sehr unterhaltsam.

Was folgte, war ein Anstieg hinauf zu einer Alpenvereinshütte für Selbstversorger. Das steile Gelände wollte erobert werden: in Stein geschlagene Stufen, Tritte und schmale Stellen mit gähnender Leere nebenan. Markant ragte eine senkrechte Wand auf, von der sich ein schmaler Wasserfall in die Tiefe stürzte. Direkt daneben verläuft ein Weg über eine etwa 100 Meter lange schräge Stufe. Ein Stahlseil am linken Rand sollte helfen, mulmige Gefühle zu verdrängen – bei der Gruppe traten die aber gar nicht erst auf.

Dennoch: Was die Tour bisher gefordert hatte – Kondition und Konzentration, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit – verlangte sie jedem einzelnen auch an dem letzten Tag der Runde ab.

Von der Schutzhütte verwies ein Wegweiser zum Col de la Balme: anderthalb Stunden. Das wollte niemand so recht glauben, lagen doch nur noch knapp 70 Höhenmeter zwischen dem Standort und dem Sattel. Tatsächlich war die Zeitangabe, das zeigte der spätere Blick auf die Uhr, eher knapp bemessen.

Immer um die Höhe von 2.100 Meter über NN, übrigens bei Temperaturen um die 30 Grad, zog sich der Weg am Hang entlang. Die Ausblicke entschädigten für die nicht enden wollende Strecke. Mehrere Schneefelder, sulzig bis glitschig, forderten an steilen Stellen volle Konzentration. Dann wieder ein relativ breiter Weg, die Hütte auf dem Col de la Balme war schon aus der Ferne auszumachen.

Ein paar Schritte noch, wenige Kurven – dann war es da: dieses einmalige Panorama, dieser Blick auf den Mont Blanc. Allein dafür hat sich die weite Tour gelohnt. Rechts die Aiguilles Rouges, links das Mont Blanc Massiv und dazwischen das Arvetal mit Chamonix. Ein erhebender Moment.

Und nun? Nach einer Rast in der Hütte gondelten die Wanderer mit dem nahen Sessellift talwärts. Es hieß, Abschied zu nehmen. Der Rest war Heimfahrt.

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