Tag 5: Überraschungstour zum Monte Bestone

↑ 700 Hm ↓ 700 Hm  4,5 Std.  7,5 km

Fotos: Claus-Georg Petri

Das ist der Gipfel. Stolz und voller Freude stehen sechs der zehn Wanderer auf dem Monte Bestone. Der Hausberg von Limone ist mit 917 Meter über NN zwar nicht der höchste Kopf im Gebirge rund um den Gardasee, ihn zu besteigen markiert aber einen gelungenen Abschluss einer abwechslungsreichen Wanderwoche. Und das aus gleich drei Gründen:

 

1. Der Monte Bestone ist einfach zu erklimmen - selbst bei der heutigen Hitze bietet er immer wieder kühle, weil vom Wind umwehte Stellen.

2. Von seiner Spitze aus liegt der Gardasee, mit einer Länge von 52 Kilometern und einer Fläche von 379 Quadratkilometern immerhin größter See Italiens, den Wanderern zu Füßen.

3. Die Tour lässt sich so schnell schaffen, dass noch Zeit bleibt für ein kühles Bad im Hotelpool. Auch das ist bei Temperaturen um 35 Grad nicht zu verachten.

 

Außerdem bildet die Runde eine liebenswerte Alternative zu jenen Vorschlägen, die am Tag zuvor noch zur Diskussion gestanden hatten. Es ging dabei um Wanderungen mit steilen 700 Höhenmetern Auf- und Abstieg oder noch entmutigenderen Zahlen. Nein dazu hatte niemand Lust.

 

Flugs beschlossen fast alle Männer der Gruppe, den Tag, der schließlich unter dem Motto „Überraschung“ stand, im Sinne ihrer freien Verfügung zu nutzen. Hochgeistige Gespräche bei geistigen Getränken, dazu ein Bad im Pool - und mal sehen, was so kommt.

 

Die Frauen indes wollten mal wieder hoch hinaus. Ab also auf den Monte Bestone. Mit dem Bus die ersten paar Kilometer zum Startpunkt. Der tatsächliche Einstieg befindet sich auf dem Parkplatz eines luxuriösen Hotels - schweißtreibend bis dorthin, aber überraschend gut machbar.

 

Von dort aber ist die Wanderung eine Freude, führt sie doch über die Kante des Vorbergs direkt hin zum Monte Bestone - stets mit neuen Blicken auf den Gardasee. Jeden Schritt federt der Boden ab: Über die Jahre von Pinien und Kiefern gefallene Nadeln sind angenehm weich.

 

Zwei aus der Gruppe, Andrea und Susanne, trainieren schon länger für eine Hochtour, die sie im Juli angehen wollen und sind flux entschwunden. Der Rest der Mädels staunt, als sie sich schon gegenseitig auf einem kleineren Gipfel fotografieren. Gähnende Leere über dem gewaltigen Gardasee als Hintergrund.

 

Doch von hier sind es nur noch 25 Minuten bis zum Monte Bestone. Oben dann, auf 917 Meter Seehöhe, steht ein Gipfelkreuz mit einem künstlerisch aus Edelstahl gestalteten Christus, eine Glocke und ein kleiner Altar. An dessen Front steht der (leicht verkürzte) Vers 3 aus Psalm 72: „Le montagne portino pace al popolo“ (Die Berge sollen dem Volk Frieden bringen).

 

Auf der Rückseite des Altars ist ein Schild montiert mit einem wohl formulierten Leitspruch: „Wenn Du gläubig best, bete. Wenn Du nicht gläubig bist, genieße. Nur, wenn Du ein Narr bist, schreibe Deinen Namen auf den Altar.“ Bisher haben Narrenhände diesen Tisch des Herrn noch nicht beschmiert.

 

Den meisten Wanderern indes dient dieses göttliche Symbol an ungewöhnlicher Stelle wohl als Platz für eine Stärkung mit Apfel und Nüssen, selbstgebackenem Brot und getrockneten Früchten, dazu Wasser. So jedenfalls haben die fünf Gipfelstürmerinnen hier getafelt.

 

Der Abstieg ist nur auf den ersten Metern steil, führt dann durch angenehm kühlen Wald zu einer Straße. Auf der ist in wenigen Minuten der kleine Ort Vesio erreicht. Dort serviert ein Restaurant mit Bewirtung auch im Garten Snacks und Getränke, auch geistige. Gleich nebenan ist eine Bushaltestelle-

 

Das Hotel in Limone mit seinem immer stärker verlockenden Pool ist nach kurzer Fahrt erreicht. Es gibt also viel zu erzählen am Abend, wenn die Gruppe zum letzten Ma(h)l gemeinsam am Tisch sitzt. Morgen früh dann geht es zurück nach Hause.

Heute verrät der Bergführer erst am Morgen, wo's langgeht. Fest steht: Abends geht es wieder ins Hotell Castell in Limone.

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